Den SiBe braucht es nicht!

«Einen SiBe (Sicherheitsbeauftragten) im Betrieb ausbilden, Zeit zur Verfügung stellen, all seine Fragen beantworten und seine Massnahmenvorschläge diskutieren – das können wir uns nicht leisten! Im Bereich Sicherheit übertreibt man doch völlig. Früher lebten wir auch und hatten keinen derartigen Riesenaufwand. Wir müssen immer mehr Vorschriften erfüllen, da können wir über kurz oder lang gleich den Laden dicht machen.»

Haben Sie als Chef auch dieses Gefühl? Wenn ja, müssten Sie sich einige grundsätzliche Fragen durch den Kopf gehen lassen: Gibt es tatsächlich immer mehr Vorschriften? Ist der Einsatz eines SiBe überhaupt gesetzlich geregelt und vernünftig? Kann Sicherheit auch rentieren – zum Beispiel, weil wir durch strukturierte Prozesse und Abläufe, geeignete Arbeitsvorbereitung und ausgebildetes Personal vielleicht weniger Ausfallzeiten und Schäden haben?

Die Warum-Fragen

Es lohnt sich, diesen Fragen einmal nachzugehen und Ursachen zu suchen. Ohne Ursachen braucht es keine Massnahmen. Das ist der Grundsatz. Ansonsten definieren wir Massnahmen, die nicht zielführend oder sogar zufällig sind.

Eine beliebte Methode zur Ursachenklärung sind die «Warum-Fragen». Über sie können wir einen Umstand hinterfragen: warum machen wir dies oder das eigentlich so, wie wir es machen? Auf diesem Weg decken wir bereits einige Themen auf, ohne dabei bis zum Urknall denken zu müssen, sondern nur bis zur Ursache des Umstands. Spielen wir das am erwähnten Beispiel einmal durch:

«Einen SiBe im Betrieb ausbilden, Zeit zur Verfügung stellen, all seine Fragen beantworten und seine Massnahmenvorschläge diskutieren, das können wir uns nicht leisten!»

Warum? «Es verursacht Kosten: Arbeitszeit, Kurskosten, Massnahmenkosten.»

Warum? «Die Ausbildung und die Berufserfahrung eines SiBe in seinem Arbeitsgebiet sind zentral, um effiziente Massnahmen zu planen.»

Warum? «Nur mit diesem Know-how können effektive Massnahmen geplant und umgesetzt werden, die Unfälle verhindern und Arbeitsabläufe strukturierter und effizienter gestalten. Das ermöglicht eine gute Arbeitsvorbereitung und wir können den ausgebildeten Mitarbeitenden mit den richtigen Hilfsmitteln und genügend Zeit einsetzen. Das verhindert wiederum Unfälle und deren hohen Folgekosten. Ausserdem erledigen wir die Arbeit produktiver. Das ist eine Win-Win-Situation.»

Warum? «Alle profitieren. Der Arbeitgeber insbesondere, aber natürlich auch der gesunde Mitarbeitende.»

So kommen wir also bereits von ‘das können wir uns nicht leisten’ zur Aussage ‘alle profitieren’. Spannend, nicht?

Nehmen wir die zweite Passage unserer Einleitung und spielen wir das ganze nochmals durch: «Im Bereich Sicherheit übertreibt man doch völlig. Früher lebten wir auch und hatten keinen derartigen Riesenaufwand.»

Warum? «Wir haben das Gefühl, dass Mitarbeitende früher die sogenannte Eigenverantwortung viel besser wahrnahmen. Heute muss ich als Chef alles überwachen und korrigieren.»

Warum? «Heute nimmt man die Auswirkungen von Ausfällen, zum Beispiel die entsprechenden Folgekosten, viel direkter wahr als früher.»

Warum? «Die Anforderungen wurden komplexer und auf Kundenanfragen müssen wir schneller und unkompliziert reagieren. Ausfälle sind da schwer zu verkraften und verursachen nicht nur direkte Kosten, sondern führen auch zu Gewinnausfällen.»

Warum? «Die Konkurrenzsituation ist transparenter geworden. Auch die Kundenwünsche und Anforderungen sind gestiegen. Aufträge müssen sofort umgesetzt werden und dulden keinen Aufschub.»

Hier gelangen wir also über die Warum-Fragen von ‘man übertreibt mit der Sicherheit doch völlig’ zur Aussage ‘die Kundenwünsche sind gestiegen’ oder zum Hinweis ‘Unfälle führen zu Gewinnausfällen’.

Nehmen wir die nächste Passage unserer Einleitung: «Wir müssen immer mehr Vorschriften erfüllen, da können wir über kurz oder lang gleich den Laden dicht machen.»

Warum? «Es ist nicht einfach, über all die Normen, Gesetze, Richtlinien und Verbands-Leitfäden den Überblick zu bewahren und diese auch auf einem aktuellen Stand zu halten.»

Warum? «Vorschriften können im digitalen Zeitalter einfach und schnell definiert und entsprechend schnell verbreitet werden. Es wird auch nicht an Zusatzmaterial wie Fact-Sheets und ähnlichem gespart. Um diese fachlich zu interpretieren und Vorschläge auszuarbeiten, braucht es eine Fachperson.»

Warum? «Nicht alle diese Dokumente müssen eingehalten werden. Es gibt darunter auch viele Vorschläge und ähnliches, die nicht als Stand der Technik gelten. Was für den einzelnen Betrieb Gültigkeit hat, muss definiert werden und entsprechend in die Praxis einfliessen.»

Warum? «Nur so sind wir als Betrieb ‘legally compliant’, haben Rechtssicherheit und können unsere Gewinnmarge gegenüber den Konkurrenten langfristig halten. Kosten von Unfällen, Bussen oder Gerichtsverfahren behindern den Betriebsalltag sehr und können bis zu einem Konkurs der Firma oder privatrechtlichen Konsequenzen führen.»

Gesetzlich ist der Chef in der Pflicht

Vom Fokus auf die ‘immer mehr Vorschriften’ kommen wir also zu ‘wir können die Gewinnmarge langfristig halten’. Wenn wir uns jetzt noch fragen, ob es einen SiBe gesetzlich tatsächlich braucht oder warum er vernünftig ist, ziehen wir einmal die Suva-Checkliste 66101.d «Die Sicherheit organisieren» bei.

Dort steht: Der Aufbau des Sicherheitssystems ist eine Führungsaufgabe. Als Chef oder Chefin können Sie jedoch bestimmte Aufgaben delegieren und Unterstützung beiziehen. Es macht Sinn, im Betrieb eine/-n Sicherheitsbeauftragte/-n (Sibe) oder eine Kontaktperson für Arbeitssicherheit (KOPAS) zu bestimmen und sie speziell für diese Aufgabe schulen zu lassen. In kleinen Betrieben wird die Funktion des SiBe meist vom Chef oder der Chefin selber wahrgenommen. Wenn Sie bestimmte Aufgaben delegieren, müssen Sie sich stets bewusst sein, dass sich Ihre Verantwortung als Arbeitgeber nicht delegieren lässt. Die Hauptverantwortung für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz im Betrieb bleibt beim Arbeitgeber.

Schrittweise vorgehen

… Sicherheitsorganisation schrittweise aufzubauen:

  1. Sicherheitsbeauftragte/-n bestimmen
  2. Die sicherheitsrelevanten Aufgaben definieren
  3. Kompetenzen und Verantwortlichkeiten regeln
  4. Sicherheit in die betriebsinterne Kommunikation einbauen

Rentiert Sicherheit?

Sicherheit ist also Chefsache. Zwar kann ein Chef die Aufgaben rund um die Sicherheit an einen SiBe delegieren, die Verantwortung kann er aber nicht abgeben. Kümmern wir uns nun noch um die Frage, ob Sicherheit tatsächlich rentiert, zum Beispiel dank strukturierter Prozesse und Abläufe sowie geeignete Arbeitsvorbereitung, ausgebildetes Personal und weniger Ausfallzeiten und Schäden. Am besten tun wir das wieder mit der Warum-Methode. Also:

Warum rentiert Sicherheit?

«Wenn ich den ausgebildeten Mitarbeitenden mit den richtigen Hilfs- und Arbeitsmitteln sowie genügend Zeit einen Auftrag erledigen lasse, kann ich mehr Qualität und ein kleineres Unfallrisiko erwarten. Das bringt Geld, spart Geld und die Kundenzufriedenheit und meine Reputation können so weiter gesteigert werden.»

Warum? «Nacharbeit, Kundenreklamationen oder Ersatzmitarbeitende verschlingen Unsummen an wertvoller Zeit, Energie und somit auch Gelder, die uns dann fehlen, um in die Zukunft zu investieren.»

Fazit

Die vielen Warum-Fragen zur möglichen Ursachenklärung zeigen: der SiBe ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber sein Einsatz ist äusserst sinnvoll und ein effizientes Mittel, um den Arbeitgeber zu beraten und zu unterstützen, damit dieser seine Verantwortung wahrnehmen kann. Der SiBe verursacht keine Kosten, sondern spart sie. Also kann man ihn sich leisten. Er sichert den wirtschaftlichen Erfolg, ermöglicht neue Investitionen, rettet Leben und verhindert Tragödien. Er macht Arbeitsabläufe produktiver, schafft eine gewisse Rechtssicherheit, reduziert das Restrisiko und hält die Mitarbeitenden motiviert. Zwar darf der Chef oder die Chefin die fachlichen und beratenden Tätigkeiten eines SiBe auch selbst wahrnehmen und umsetzen. Verboten ist das nicht. Aber vielleicht sollte man seine Zeit lieber für andere Kompetenzen und Tätigkeiten nutzen und diese Dinge einen SiBe erledigen lassen. Entscheiden darf das natürlich jeder Chef selbst.

 

Von Roman Müller MPS und Stefan Kühnis Redaktionsbüro

Kurs Notfallmanagement / Notfallplanung

Notfallmanagement, Notfallplanung, Notfallorganisation für professionelle Betriebe in der Schweiz. In diesem Kurs vermitteln wir Ihnen die Grundlagen und praktische Erfahrungswerte für ein erfolgreiches Notfallmanagement in Ihrem Betrieb. Braucht es mehr als den Aushang der Notfallnummern für einen sichereren Betrieb? Wir sagen dazu ganz klar: Es kommt darauf an! Auf Ihre Gefährdungen und Ausprägungen kommt es an. Ein Notfallmanagement muss auf Ihren Betrieb zugeschnitten, eingeführt und überprüft sein. Wir möchten Ihnen gerne aufzeigen, was die Dringlichkeiten und Möglichkeiten für Sie sind.

Lerninhalt

  • Gesetzliche Grundlagen, Verantwortung im Betrieb, SiBe (Sicherheitsbeauftragter) Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz und der Unterschied SiBe Brandschutz
  • Brandschutz: baulich, technisch, organisatorisch
  • Notfallmanagement, Notfallorganisation, Alarmorgansiation
  • Evakuationsplanung,: Beispiele, Konzept, Erfahrungsberichte, Funktionen
  • Notfallstab und dessen Nutzen, Organisation, Voraussetzungen
  • Diskussions- / Fragerunden

Zielgruppe

Betriebe, SiBe, Verwaltungen, Veranstalter

Kursausschreibung

«Der Rauchmelder hat unser Leben gerettet»

«Der Rauchmelder hat uns das Leben gerettet», sagt der 40-jährige Bewohner* des Zweifamilienhauses in Lütisburg Station. «Sonst wären wir wahrscheinlich im Schlaf am Rauch erstickt.» Kurz vor 4 Uhr wurde Mann durch den Brandmelder geweckt. Der Familienvater schaute nach und bemerkte bereits eine starke Rauchentwicklung im Gang. Er weckte umgehend seine Partnerin und das Kind und verständigte die Nachbarn im Haus, die ebenfalls ein Kind haben. Alle konnten das Haus unverletzt verlassen.

«Innert fünf Minuten stand unser Haus in Vollbrand», sagt der 40-Jährige. «Noch während dem Telefon mit der Feuerwehr hat die Hitze die Küchenfenster gesprengt», ergänzt seine Partnerin*. Die Scherben seien durch den Druck überall hin geflogen. Sie spricht von Glück, dass die ganze Familie es rechtzeitig aus dem brennenden Haus geschafft hat. «Das Feuer hat die gesamte Grundstruktur des Hauses zerstört.» Laut dem Familienvater ist eine Sanierung nicht möglich. Er meint wehmütig: «All unsere Erinnerungen gingen im Feuer verloren.»

Brandursache völlig offen

Die Kantonspolizei St. Gallen bestätigt, dass das Haus beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand stand. Die Brandursache ist noch unklar. Da das Haus stark einsturzgefährdet sei, konnten die Spezialisten ihre Arbeit noch kaum verrichten. Zudem war bis am Mittwochnachmittag noch viel Wasser von den Löscharbeiten im Gebäude.

Für die Klärung der Brandursache ermittelt die Polizei in verschiedene Richtungen. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen sagt: «Es wird beispielsweise in Erfahrung gebracht, ob kürzlich Umbauarbeiten gemacht wurden oder welche Heizung installiert ist.» Zudem würden alle Bewohner befragt, denn die Spurensuche sei in einem Haus, in dem alles abgebrannt ist, sehr schwierig.

Am völlig zerstörten Gebäude entstand ein Sachschaden von mehreren 100’000 Franken. Den betroffenen Familien stellt die Gemeinde eine Notunterkunft zur Verfügung.

* Name der Redaktion bekannt

Quelle www.20min.ch (mig)

http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/28584880

Nachhaltig und sicher in die Zukunft mit E-Mobilität

MPS geht mit der Zeit und setzt das erste Elektroauto für Ihre Sicherheit ein. Was hat aber ein Elektroauto in Zeiten der E-Mobilität mit der Sicherheit zu tun? Ist die Nachhaltigkeit ein Thema?

Die Diskussionen zu diesem Thema sind allgegenwärtig. Was setzt man aber im eigenen Alltag um? Das sehen wir in den Zahlen von den Neuzulassungen von Elektroautos. „Nichts ist beständiger als der Wandel“ ein Zitat, dass wir immer wieder hören. So werden auch Arbeitssicherheits-, Brandschutz- und Notfallmanagementvorschriften dauernd ergänzt und die gesetzlichen Auflagen revidiert. Es gilt dann natürlich abzuschätzen, was das für den eignen Betrieb bedeutet und wie es weitergehen könnte. Verharren und auf dem „alten“ Standpunkt stehen zu bleiben ist allerdings keine Option, auch wenn noch nicht alle Zweifel für das neue „Fremde“ beseitigt sind.

Wir sind überzeugt, dass auch mit der E-Mobilität der Bereich betriebliche Sicherheit einen Wandel erfahren wird. So kommen die Mitarbeitenden mit dem E-Bike oder Elektroauto zur Arbeit, oder setzen dieses sogar für geschäftliche Tätigkeiten ein. Nachhaltig wird dies allerdings erst, wenn auch der benötigte Strom aus einer erneuerbaren Quelle stammt. Wir speisen unser Elektroauto ab dem Frühjahr 2019 mit Strom von unserer eigenen Photovoltaikanlage und kompensieren das Laden in der Nacht oder im Winter mit Ökostrom vom Elektrizitätswerk Zürich (EWZ).

Natürlich ist ein solcher Bereich mit Sicherheit einem grossen Wandel und hoffentlich einer enormen Innovation ausgesetzt, sodass die Produkte noch nachhaltiger werden, weniger Strom verbrauchen und auch noch besser Recyclebar werden. Dies von der Herstellung bis zu Entsorgung. So können beispielsweise Batterien von Elektroautos als Speicher für Solaranlagen ein zweites Leben erhalten und weiter genutzt werden.

Ein interessanter Artikel zum Thema: „Wir räumen mit E-Mobilitäts-Halbwahrheiten auf“

Wir freuen uns auf viele interessante Diskussionen zu diesem Thema mit Ihnen und stehen Ihnen weiterhin für Ihre betriebliche Sicherheit zur Verfügung.

Roman Müller

 

MPS E-Mobilität

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Zugunsten der Sicherheit für Ihre Gäste und Mitarbeitenden müssten Sie dringend in ein Sicherheitsprojekt investieren, können dies aber nicht sofort bewerkstelligen oder haben kein Budget?

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